Die Leistung eines Teleskops definiert sich durch die Faktoren Auflösungsvermögen, gesammelte Lichtmenge und die Fähigkeit geringe Helligkeitsunterschiede in Objekten realitätsnah wiederzugeben. Ein zentraler Fangspiegel bewirkt nun eine Störung der einfallenden Lichtwellen. Dies wirkt sich besonders auf den Bildkontrast aus, der je nach Grösse des Fangspiegels deutlich gemindert wird. Damit lassen sich dann beispielsweise kontrastarme Feinstrukturen auf Planeten nicht mehr wahrnehmen. Als Alternative bieten sich hochwertige Linsenteleskope an. Zur Minimierung der Farbfehler müssen dabei hochwertige Glas- und Kristallinsen zusammengesetzt werden. Bei einem Triplett–Objektiv müssen beispielsweise 6 Flächen optisch bearbeitet und zueinander zentriert werden. Damit erklären sich die hohen Fertigungskosten dieser Optiken. Bei einem Schiefspiegler müssen hingegen nur wenige Spiegelflächen hochgenau poliert werden. Eine stabile Mechanik sorgt dafür, das die Spiegel richtig zueinander positioniert sind. Der gefaltete Strahlengang verkürzt zudem die Baulänge.
Der Multi-Schiefspiegler Mit dem neuen, patentierten Multi-Schiefspiegler lässt sich das hohe Leistungsvermögen der Schiefspiegler mit einem kompakten und lichtstarken Bauweise vereinen. Damit lassen sich nun Blenden von 10-15 realisieren. Die neuartige Optik verwendet 3 geneigte Spiegel, wobei Spiegel (2) zweimalig reflektiert. Das Licht fällt zunächst auf den Hauptspiegel (1) wird zum vorderen Spiegel (2) und dann zu Spiegel (3) reflektiert. Letzterer wirft das Licht erneut auf den vorderen Spiegel (4). Schließlich entsteht seitwärts vom Hauptspiegel das Bild .
Strahlengang Multi-Schief-Spiegler
Das neue Spiegelteleskop erlaubt eine gute Korrektur der Bildfehler auch bei Öffnungen von mehr als 300 mm und Bildfeldern von mehr als 0.5°. Da die Abbildung ohne Farbfehler und Obstruktion ist, wird eine beugungsbegrenzte Leistung erreicht, wie sie sonst nur von hochwertigen, farbreinen Refraktoren erzielt werden kann. Durch Faltung des Strahlengangs wird die Baulänge gegenüber einen Refraktor oder Newton-Teleskop auf etwa 40% verkürzt (alle mit Blende 10).
Damit wird der Multi-Schiefspiegler zu einem universell einsetzbaren und auch transportablen Beobachtungsgerät für jeden ernsthaften Amateurastronomen und für den Bedarf von Vereinen und Sternwarten.