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Schöner Tag Lieber Herr Wolter, liebe Sternfreunde in Radebeul,
insgesamt drei Tage zu insgesamt 14 Stunden haben wir uns in Haßfurt mit der Neuentwicklung, dem WolterScope WS 140/1600 und WS 250/2750, einem neu-entwickelten Schiefspiegler Teleskop, in allen Details auseinandergesetzt. Die wichtigsten Ergebnisse sind:
- optimale Justage des Systems - Nachweis über diverse Test-Bilder und ein Zertifikat - reproduzierbare Justieranleitung für die eigene optimale Justage
Die quantitative Auswertung wurde mit dem Programm von P. Keller und über das neue FringeXP - Programm vorgenommen, damit jeder über das Interferogramm meine Auswertung nachvollziehen kann.
Das Auswert-Interferogramm des WS 250/2750 (siehe Abb. 1,2,3):
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Die Auswertung erfolgte mit dem Keller-Programm und zeigt den erreichten Justagezustand mit allen noch vorhandenen Bildfehlern: 01. Koma und Astigmatismus sind nicht herausgerechnet: Strehl = 0.90 (dritte Stelle wird automatisch vom Programm gerundet)
Eine zweite Auswertung mit dem Fringe XP Programm ermöglicht den selektiven Abzug einzelner Bildfehler: 02. Koma und Astigmatismus sind herausgerechnet worden, weil System (zumindest theoretisch) perfekt justiert werden kann: Strehl = 0.949
Die reproduzierbare Justieranleitung (zur Einstellung der optischen Achse) benutzt ein Blenden-System und einen Justierlaser, bei dem der Achsen-Strahl genau vermerkt ist. Ausgehend vom Zentrum der Eintritts-Öffnung bildet der Achsstrahl zum Zentrum des 1. Spiegels die Basis. Alle weiteren Punkte auf den Spiegeln sind auf den Blenden genau fixiert und damit genau festgelegt. Diese Justieranleitung haben wir in Autokollimation geprüft, sodaß bei jeder Dejustage das System sofort wieder kollimiert werden kann, möglicherweise sogar besser, als es uns in der relativ kurzen Zeit gelang:
Justage-Nachweis über defokussierte Sternscheibchen in Autokollimation bei doppelter Genauigkeit (siehe Abb. 4).
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Justage-Nachweis per Newton-Ringe (Interferogramm) in Autokollimation bei doppelter Genauigkeit (siehe Abb. 5)
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Ronchi-Gitter-Test 13 lp/mm intrafokal zum Nachweis des Öffnungsfehlers: Außer einem nur im Foucault-Test nachzuweisenden leichten Zonen-Fehler, ist das System perfekt (siehe Abb. 6).
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Nachweis der Topografie über den Foucault-Messerschneide-Test: (siehe Abb. 7).
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Wegen der Regelmäßigkeit der Zone vermute ich diesen "Fehler" auf dem ersten Parabolspiegel. Das "Marken-Zeichen" "W", wie Wolter ist der Eindruck, den ein Gabelschlüssel auf dem 2. Spiegel hinterlassen hat und wirkt sich optisch in keiner Weise aus. Er ist nur bei diesem Test wahrnehmbar, und damit ist dieses System zu identifizieren.
Wie glatt die Gesamtfläche im Phasenkontrast wirkt, sieht man beim nachfolgenden Phasen-Kontrast-Test (siehe Abb. 8).
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Das "W" wird stärker sichtbar, der Gesamtflächen Eindruck bleibt erhalten, obwohl es sich im Test um 8 Einzelflächen handelt und am Himmel immer noch um 4 Flächen, die an der Bilderzeugung beteiligt sind.
Fazit: Bereits auf der optischen Bank kann man erkennen, daß es sich bei diesem Teleskop um eine der interessantesten Neuentwicklung der letzten 10 Jahre handelt. Die optische Leistung des Teleskops beurteilt anhand der zahlreichen beschriebenen Testverfahren ist deutlich besser als beugungsbegrenzt und deutet auf ein sehr hochwertiges Teleskop. Den Benutzern dieses opt. Systems wünsche ich viele optimale Beobachtungs-Nächte. Auch bitte ich um eine Rückmeldung aus der Praxis.
Herzliche Grüße
Wolfgang Rohr
|| Qualitäts-Prüfung astronomischer Optik || Altvaterstr. 7, D - 97437 HASSFURT || Tel. +49 (0) 9521 5136 || Mobil. + 49 (0) 175 366 93 11 || email: Wolfgang.Rohr@t-online.de || internet: http://rohr.aiax.de || Labor-Berichte zu finden unter: http://rohr.aiax.de/berichte.htm
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