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Die Multi-Schiefspiegler eignen sich aufgrund ihrer Lichtstärke und Bildqualität auch gut für die Astrofotografie. Die Optik erreicht eine beugungsbegrenzte Bildqualität für mehr als 0.5° Bildfeld.
Die am Auszug verfügbare optische Weglänge von mehr als 80 mm ist für alle Methoden der Astrofotografie ausreichend. Dieser Weg bezeichnet die Auszugslänge um den sich der Auszug von der Bildposition gerechnet zurückstellen lässt. Eine Kleinbildkamera erfordert etwa 45 mm optischen Weg, um das Bild in der Filmebene noch scharfstellen zu können.
Eine konstruktiv bedingte Neigung der Bildebene von etwa 1.4° gegen die Kameraebene lässt sich in den meisten Fällen praktisch vernachlässigen. Diese Fehlneigung könnte man mit einem speziellen Adapter korrigieren. Die Bildfeldwölbung des Multi-Schiefspieglers ist im Gegensatz zu der von Refraktoren und Newton-Teleskopen extrem gering und damit praktisch nicht mehr nachweisbar.
Bei der Aufnahmen ausgedehnter Sternfelder wird daher am Rande des Kleinbildformats eine geringe Unschärfe aufgrund des Neigungswinkels auftreten. Sie sollten auch beachten, dass keine vignettierungsfreie (abschattungsfreie) Ausleuchtung des Kleinbild-Formats erreicht wird, da beim WolterScope 150 das vignettierungsfreie Bildfeld 0,5° beträgt. Dieses entspricht einer Kreisfläche von 14 mm Durchmesser, während das KB-Format eine Fläche von 24 x 35 mm nutzt. Daher muß mit einem wahrnehmbaren Helligkeitsabfall zum Rande des KB-Formats gerechnet werden. Beim WolterScope 180 beträgt das abschattungsfreie Bildfeld 0.6°, welches einer zentralen Kreisfläche von 18 mm entspricht.
Für die Fotografie in der Brennebene können sie eine Kleinbild-Kamera direkt in der Bildebene des Teleskops anordnen. Die verwendete Spiegelreflexkamera sollte einen feinkörnige Suchermattscheibe besitzen, um Objekte präzise scharfstellen zu können. Das Scharfstellen sollte zunächst mit einem hellen Objekt im Sucher erfolgen, um dann mit dieser Position des Auszugs (Feststellschraube dabei anziehen) auch lichtschwächere Objekte zu fotografieren. Sie können auch die mitgelieferte Justiermaske vor die Öffnung setzen und zur Scharfeinstellung der Kamera verwenden. Die Scharfstellung ist erreicht, wenn alle 6 Sternenpunkte in einen Punkt zusammenfallen (Methode der Scheinerblende). Der Okularauszug besitzt an seinem Ende auf der 1.25" Reduzierung ein Aussengewinde. Daran lässt sich ein T-Ring anschrauben, der die Befestigung einer Spiegelreflexkamera ermöglicht. Kameraseitig besitzt der T-Ring das entsprechende Gewinde oder den Bajonettanschluß der Kamera. Ein T-Ring mit passendem Bajonett- oder Gewindeanschlussfür ihren Kameratyp lässt sich im Fachhandel erwerben. Verschiedene Hersteller bieten Off-axis Guider an. Diese werden vor der Kamera montiert und spiegeln einen Teil des Objektlichtes mit einem kleinen Prisma seitlich in ein Okular. Beachten Sie das der Guider ebenfalls eine gewisse optische Weglänge benötigt. Damit werden Nachführkorrekturen bei Langzeitaufnahmen möglich. Bedenken Sie auch, dass für Langzeitaufnahmen eine sehr schwingungsstabile Montierung mit elektrischer Nachführkorrektur erforderlich ist, die präzise auf den Himmelspol einjustiert werden muss. Für sehr helle Objekte (Mond, Planeten) eignet sich auch die Fotografie in Okularprojektion. Dabei wird das Bild in der Brennebene mit einem Okular weiter vergrößert und auf die Filmebene der Kamera projiziert. Dazu wird ein Adapterring über das Okular geschoben und am anderen Ende die Kamera mittels des T-Adapters befestigt. Der Projektionsmaßstab kann variiert werden, indem der Abstand von Okular und Kamera (Filmebene) verändert wird. Dazu benötigen Sie eine Adapterhülse zur Okularprojektion, dessen Länge sich durch Verschieben von 2 Hülsen verändern lässt. Kennen Sie die Belichtungszeiten für die Objekte nicht genau, so sollte eine ganze Belichtungsreihe (beispielsweise Belichtungsdauer jeweils verdoppeln), aufgenommen werden. Verwenden Sie einen Drahtauslöser um Verwacklungen zu vermeiden. Alternativ zur Projektion mit einem Okular kann das Bild auch mit einer Barlowlinse vergrößert werden. Dabei wird das Bild in der Brennebene um den Vergrösserungsfaktor (2-3) der Barlowlinse vergrößert. Ebenso kann eine Kombination Barlowlinse + Okular zur Projektion verwendet werden. Letztere Methode eignet sich gut für hohe Projektionsmaßstäbe, dabei können langbrennnweitige Okulare etwas geringerer Qualität verwendet werden. Ebenso eigenen sich Webcams, CCD -, Video - und Digitalkameras für die Astrofotografie. Diese sollten mit einem geeigneten Adapter am Okularauszug bzw. hinter dem Okular befestigt werden. Einigen Amateuren sind bereits gute Mond- und Planetenaufnahmen gelungen, indem sie einfach eine Digitalkamera hinter ein Okular gehalten haben. Dazu sollte das Okular eine hohe Qualität und einen möglichst grossen Augenabstand besitzen. Die Digitalkamera wird dabei auf unendlich scharfgestellt. Die Kamera sollte ein Objektiv mit variabler Brennweite besitzen, um mögliche Bildabschattungen auszugleichen. Im Zubehörhandel gibt es bereits zahlreiche spezielle Kameraadapter um Digitalkameras hinter einem Okular anzubringen.
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