Optiktest WS140 des Herrn Rohr
Praxistest von Wolfgang Dzieran
Testbericht Herr Bruell / Wien
Bericht
Optischer Test
Astrofotos mit dem WS 250 f/11
Einführung
Montierung/Sucher
Leistung
Vergrößerung/Temperierung
Lagerung und Spiegelreinigung
Astrofotografie

Bei nächtlichen Beobachtungen ändert sich die Umgebungstemperatur oftmals beständig. Besonders in den frühen Abendstunden ist eine starke Abkühlung zu verzeichnen. Bei der Temperierung des Geräts kommt es dann zu turbulenten Luftströmungen im Strahlengang, die die Bildqualität zeitweise beeinträchtigen können. Das Metallgehäuse erleichtert aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit diesen Adaptionsvorgang.

Glasspiegel aus Pyrex oder Duran besitzen jedoch eine wesentlich längere Abkühlzeit, daher ist es vorteilhaft, das Gerät bereits vor den Beobachtungen nach draußen zu stellen (Schutzkappe eventuell bereits abnehmen) oder es vorher in einem Raum zu lagern der etwa Außentemperatur besitzt. Die Spiegel können bei Temperaturänderungen zusätzlich auch geringe Formveränderungen erfahren. Dieser Effekt wird durch die Verwendung von ausdehnungsarmen Spiegelglas aber minimiert.

Gegen einen Aufpreis können die Spiegel auch aus Sital gefertigt werden.
Dieses Material ist mit der Glaskeramik Zerodur vergleichbar. Diese Spiegel erfahren keine Formveränderung bei Temperaturwechsel und benötigen daher keine Auskühlzeit.

Steht das Gerät für längere Zeit unbenutzt im Freien, so sollte es mit einer großen Plastikfolie (oder ähnlichem) abgedeckt werden, dies schützt vor Staub, Taubildung und Niederschlag.

Beachten Sie, dass ein unruhiges Bild auch durch atmosphärische Luftunruhe (Seeing) verursacht werden kann. In dieser Situation lassen sich keine hohen Vergrößerungen anwenden und das Gerät kann nicht seine volle Auflösungsleistung entfalten. Zur Beobachtung feiner Details (beispielsweise an Planeten) sollte wenigstens eine 150-fache Vergrößerung eingesetzt werden. 
Man bezeichnet dies als Normalvergrößerung, die dem Objektivdurchmesser in mm entspricht. Dabei wird eine Austrittspupille von 1 mm erreicht. Die Austrittspupille bezeichnet den Durchmesser des parallelen Lichtbündels welche das Okular verlässt und anschließend in das Auge eintritt. Erst ab dieser Vergrößerung kann das Auge die feinen Details erkennen, die von der Optik noch aufgelöst werden. Deutlich höhere Vergrößerungen sind nur hilfreich wenn es die Luftruhe erlaubt.  


Als Anhaltspunkt für die maximal sinnvolle Vergrößerung gilt:
V (max) = 2 x Objektivdurchmesser in mm

Für das Wolterscope 150 ergibt sich entsprechend:
V(max) = 300

Die Brennweite des benötigten Okulars lässt sich leicht berechnen:
F(Okular) = f(Teleskop)/V
F(Okular) = 5.5 mm

Sinnvoll wäre die Verwendung eines Okulars mit 6 mm Brennweite. Wählen Sie dazu ein hochwertigen Okulartyp aus (beispielsweise vom Typ Plössl oder orthoskopisch), da die Qualitätsanforderungen an das Okulars mit zunehmender Vergrößerung steigen.

Alternativ können Sie auch mit einer hochwertigen Barlowlinse (2 – 3 fach) ihre Teleskopbrennweite um diesen Faktor erhöhen und dann ein Okular mit entsprechend höherer Brennweite (gleicher Faktor 2 –3) einsetzen.
Es gibt auch eine kleinste sinnvolle Vergrößerung (Minimal- vergrößerung). Diese wird erreicht wenn die Austrittspupille gleiche Größe wie die Pupillengröße des menschlichen Auges erreicht. Diese nimmt mit zunehmenden Alter etwas ab und beträgt maximal 6 mm.

Die Minimalvergrößerung (MV) beträgt für dieses Teleskop also etwa:
MV = Eintrittspupille/ max. Austrittspupille = 150 mm / 6 mm = 25

Dabei gilt die Beziehung:
Austrittspupille = Eintrittspupille(Öffnung)/Vergrößerung
Noch kleinere Vergrößerungen ergeben einen Lichtverlust, weil nicht mehr das gesamte okularseitige Bündel vom Auge aufgenommen werden kann.
Der Bereich sinnvoller Vergrößerungen mit dem WolterScope 150 beträgt damit etwa 25 – 300 fach.

Unter besonders günstigsten Luftbedingungen lassen sich auch noch höhere Vergrösserungen an Mond und Planeten einsetzen. Dabei sollte eine Barlowlinse zur Brennweitenerhöhung eingesetzt werden. Damit vermeidet man den Einsatz sehr kurzbrennweitiger Okulare, die oftmals ein ungünstiges Einblickverhalten besitzen. Sie sollten keine Okulare verwenden, die speziell für kurzbrennweitige Newton-Teleskope optimiert wurden, diese könnten beim Einsatz am WolterScope Bildfehler erzeugen.

©WolterScope