Optiktest WS140 des Herrn Rohr
Praxistest von Wolfgang Dzieran
Testbericht Herr Bruell / Wien
Bericht
Optischer Test
Astrofotos mit dem WS 250 f/11
Einführung
Montierung/Sucher
Leistung
Vergrößerung/Temperierung
Lagerung und Spiegelreinigung
Astrofotografie

Das WolterScope 140 (150/180) besitzt eine freie Öffnung von 140 mm (150/ 180 mm) und hat ein Öffnungsverhältnis f/11. Die Brennweite f des Teleskops WS 150 ergibt sich damit zu:


f = 150 mm x 11 = 1650 mm

(bzw. 140 mm x 11= 1540 mm)
(bzw. 180 mm x 11= 1980 mm)


Durch die Verwendung von Okularen verschiedener Brennweiten (Fok) lassen sich unterschiedliche Vergrößerungen (V) erzielen, entsprechend der Formel:
V = f / Fok

Weiter unten wird erläutert, das nur ein gewisser Bereich von Vergrößerungen überhaupt sinnvoll ist und die maximal erzielbare Vergrößerung auch kein Leistungskriterium für ein Teleskop darstellt.
Die Leistung eines Teleskops definiert sich vielmehr durch das Auflösungsvermögen (zur Trennung kleinster Details) und die Wiedergabe kleinster Helligkeitsunterschiede (Kontrastverhalten, beispielsweise Feinstrukturen auf dem Jupiter). Hinsichtlich beider Eigenschaften stellt der Multi-Schiefspiegler ein optimiertes, hochwertiges Instrument dar.

Das Auflösungsvermögen (AV) wird durch die Öffnung D bestimmt und berechnet sich bei diesem Gerät für sichtbares Licht zu:
AV = 140/ D = 0,93" (WolterScope 150, Angabe in Bogensekunden)
bzw. AV = 140/ D = 1.0" (WolterScope 140)
bzw. AV = 140/ D = 0.82" (WolterScope 180)
Es sollte demnach möglich sein, im Idealfall noch Doppelsterne im Abstand von weniger als 1" zu trennen.

Das Kontrastverhalten, als ein weiteres wichtiges Qualitätskriterium, erreicht bei diesem Teleskop die maximal möglichen Werte, weil jegliche Abschattung im Strahlengang vermieden wird. Auch aus diesem Grunde wird mit Schiefspieglern die Leistungsfähigkeit hochwertiger Refraktoren erreicht.

Um diese maximale Leistungsfähigkeit des Multi-Schiefspieglers sicherzustellen, werden nur ausgesuchte, hochwertige optische Spiegel verwendet. Diese bestehen aus spannungsfreien und ausdehnungsarmen Glas (annealed Pyrex oder vergleichbares), besitzen eine hohe Oberflächengenauigkeit und eine hochwertige Reflexionsschicht (dielektrisch verstärkte Aluminium-Beschichtung, mit einem Reflexionsgrad von mehr als 95%) .

Damit die Optik schließlich ihre volle theoretische Leistungsfähigkeit entfalten kann, muss die Spiegelanordnung bei der Gerätemontage perfekt justiert werden.
Die Justierung wurde vom Hersteller in einem Autokollimationstest optimal eingestellt. Alle Justierelemente sind so stabil gebaut, das ein optimaler Justierzustand über viele Jahre auch bei transportablen Einsatz erhalten bleibt.
Nur nach schweren mechanischen Erschütterungen oder nach größeren Temperaturänderungen ist es denkbar, dass eine geringfügige Nachjustierung
erforderlich wird.
Mit der nachfolgenden Anleitung soll jeder Amateur in die Lage versetzt werden, die Justierschritte selbstständig vorzunehmen. 


Zur Kontrolle des Justierzustandes ihres Teleskops verwenden Sie ein Okular mittlerer Vergrößerung und bringen einen hellen Stern in die Bildfeldmitte. Stellen Sie das Okular zunächst so ein, dass der Stern optimal scharf erscheint. Dann drehen Sie das Okular um einige mm weiter heraus (extrafokal) - dabei hat sich der Stern zu einem Scheibchen erweitert. Beobachten Sie nun die Form des Sternenscheibchen in dieser Position und nachdem sie das Okular einige mm weiter (über die optimale Schärfe - den Fokus hinaus) eingedreht haben (infokal).
Bei perfekter Justierung der Optik sollte beide Scheibchen identisch und kreisrund erscheinen. Bei starker Luftunruhe kann das Scheibchen sehr unregelmäßig und in ständiger Bewegung erscheinen, daher sollte der Test bei gutem "Seeing" durchgeführt werden.
Eine Dejustage der Optik wird nun dadurch erkennbar, dass ein Stern bei infokaler und extrafokaler Betrachtung kein kreisrundes Scheibchen, sondern eine elliptische Gestalt annimmt.
Die Ellipse dreht sich dabei um 90° wenn man den Auszug von einer Position innerhalb des Fokus (infokal) um einige mm außerhalb des Fokus verschiebt (oder in umgekehrter Richtung). Es bedarf nur geringer Verschiebungen von einigen mm um die optimale Schärfe herum, um die Drehung der Ellipse zu erkennen. In Extremfällen ist der Stern zu einem Strich auseinander gezogen, der in 2 zueinander senkrechten Richtungen orientiert ist.
Dabei handelt es sich um den bekannten Bildfehler des Astigmatismus - dieser lässt sich durch kleine Drehungen an den 4 Justierknöpfen an der rückfront des Teleskops vollkommen beseitigen.

©WolterScope